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EMNID-Umfrage zum Thema "Erbrecht"
->Ergänzend verweisen wir auf die aktuelle Umfrage vom August 2007
Ergebnisse der Meinungsumfrage:
1. Thema: Wie viele volljährige Deutsche haben eine letztwillige Verfügung (Testament oder Erbvertrag) getroffen? ja: 29,1 %, nein: 69,2 %. Alte Bundesländer (aB): ja: 29,9 %, nein: 68,2 %, Neue Bundesländer (nB): ja: 26,0 %, nein: 73,1 %. Männer insgesamt: ja: 30,2 %, nein:67,7 %. Frauen insgsamt: ja: 28,1 %, nein: 70,6 %. Von den über 60-Jährigen haben 42,7 % noch keine letztwillige Verfügung getroffen. Wo werden am fleißigsten Testamente geschrieben? In Nordrhein-Westfalen (31,9 %), gefolgt vom Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt (31,3 %), das Schlußlicht bilden abgeschlagen Sachsen und Thüringen (21,4 %).
2. Thema: Welche Einstellung haben Sie zum Tod? "Ich verdränge ihn": 29,5 % (aB: 28,9 %, nB: 32,0 %). "Ich beziehe ihn ernsthaft in mein Denken und Handeln ein": 64,7 % (aB: 64,8 %, nB: 64,0 %). Deutlich der Unterschied zwischen Männern und Frauen: 32,6 % der Männer verdrängen, nur 26,7 % der Frauen. Die größten Verdränger sind die 30- bis 39-Jährigen, nämlich 39,7 %, aber auch die über 60-Jährigen verdrängen zu 19,0 %. Was die einzelnen Bundesländer betrifft, finden wir die meisten Verdränger in den Nordstaaten Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen (41,5 %), gefolgt von Sachsen und Thüringen (35,0 %) und Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt (32,5 %). Ganz anders in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland: Die Verdrängung liegt hier bei nur 20,5 %. Signifikante Unterschiede also!
3. Thema: Nach welchem Prinzip handeln Sie? "Was mit meinem Vermögen nach meinem Tod geschieht, ist mir nicht so wichtig": 18,7 %. "Ich möchte für die Erfolge nach meinem Tod juristisch und wirtschaftlich klar geregelten Verhältnisse hinterlassen": 76,5 %. Deutliche Unterschiede zwischen Ost und West: Während in den neuen Bundesländern bei 12,3 % Gleichgültigkeit herrscht, sind es in den alten 20,4 %. Bemerkenswert auch, wie unterschiedlich Männer und Frauen denken. 16 % der Männer sind an der Zukunft ihres Vermögens nach ihrem Tod nicht sonderlich interessiert, bei den Frauen gilt dies sogar für 21,3 %. Ein Ergebnis, das vielleicht überrascht: Die höchste Gleichgültigkeitsquote findet sich bei den Befragten mit Abitur (21,7 %). Und wie steht es mit den einzelnen Regionen? Auch hier gravierende Unterschiede: Auf das größte Interesse, geregelte Verhältnisse zu hinterlassen, stoßen wir in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit 81,2 %, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (77,3 %), auf das geringste in Bayern mit nur 72,4 %.
4. Thema: Haben Sie Vorsorge für den Fall getroffen, dass Sie Ihre Vermögensangelegenheiten wegen Gebrechlichkeit oder Geistestrübung nicht mehr selbständig wahrnehmen können (z. B. durch Vollmachtserteilung)? ja: 36,6 %, nein: 61,7 %. Alte Bundesländer (aB): ja: 32,1 %, neue Bundesländer (nB): ja: 66,2 %. Männer insgesamt: ja: 38,3 %, nein: 60,3 %, Frauen: ja: 35,0 %, nein: 63,0 %. Verständlicherweise nehmen die Ja-Antworten mit steigendem Alter zu. Allerdings haben die 50 bis 59-Jährigen in größerem Umfang Vorsorge getroffen (44,0 %) als die über 60-Jährigen (42,2 %). Deutliche regionale Unterschiede: Am wenigsten kümmert man sich um dieses Thema in Berlin (25,6 %), am meisten in Baden-Württemberg (40,6 %).
5. Thema: Halten Sie die gegenwärtige Erbschaft- und Schenkungsteuer für angemessen, für zu hoch oder für zu niedrig? Angemessen: 28,3 %, zu hoch: 49,8 %, zu niedrig: 2,7 %; aB: angemessen: 29,1 %, zu hoch: 50,0 %, zu niedrig: 3,0 %; nB: angemessen: 25,4 %, zu hoch: 49,1 %, zu niedrig: 1,4 %. Männer leiden mehr unter der Steuerbelastung: 51,2 % halten die genannten Steuern für zu hoch, dagegen nur 48,5 % der Frauen. Deutliche Unterschiede bei den Altersgruppen: Die jüngste Gruppe (bis 29 Jahre) hält die Steuern in Höhe von 38,5 % für zu hoch, die kritischste Gruppe sind die 30 bis 39-Jährigen, die mit 66,1 % die Steuern für zu hoch halten. Die mildesten Kritiker finden sich in Schleswig-Holstein (zu hoch: 22,1 %), die härtesten in Sachsen und Thüringen (52,1 %), Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland (52,9 %) und vor allem in Bayern (61,1 %).
6. Thema: Kann sich nach Ihrer Ansicht die Steuerlast erhöhen, wenn Sie auch im Ausland Nachlassvermögen hinterlassen (z. B. ein Ferienhaus in Spanien) ? ja: 32,5 %, nein: 40,4 %, weiß nicht: 24,8 %. Die Mehrheit ist also schlecht bzw. falsch informiert. Alte Bundesländer (aB): ja: 34,5 %, neue Bundesländer (nB): ja: 24,9 %. aB: nein: 39,8 %, nB: nein: 42,7 %. Die Männer sind übrigens sehr viel schlechter informiert: nein: 46,7 %, Frauen nur 34,6 %. Zutreffend antworteten in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland 40,8 % mit „ja“, in Thüringen und Sachsen nur 23,7 %.
7. Thema: Sehen Sie hier (betreffend Auslandsvermögen) einen Grund, sich fachlich beraten zu lassen? ja: 42,8 %, nein: 55,7 %. aB: ja: 44,0 %, nein: 54,9 %. nB: ja: 38,2 %, nein: 59,1 %. Frauen insgesamt: ja: 43,4 %, nein: 54,3 %. Männer insgesamt: ja: 42,2 %, nein: 57,3 %. Den höchsten Beratungsbedarf sieht man in den Ländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen mit 48,6 %, den niedrigesten in Baden-Württemberg mit nur 33,5 %. Schlußfolgerung: Obwohl heute schon über 800.000 deutsche Haushalte Immobilieneigentum im Ausland besitzen, zeigt man sich schlecht informiert. Aufklärung und Beratung sind daher vonnöten.
8. Thema: Waren Sie selbst bereits einmal an einem Erbfall beteiligt, z. B. als begünstigte Person oder auf andere Weise? ja: 41,7 %, nein: 58,0 %. Alte Bundesländer (aB): ja: 42,7 %, nein: 57,0 % neue Bundesländer (nB): ja: 38,0 %, nein: 62,0 %
9. Thema: Haben Sie bei der Abwicklung des Erbfalles Streitigkeiten zwischen den Beteiligten erlebt? ja: 26,7 %, nein: 72,9 %. Die Streitbeteiligung ist in den alten und neuen Bundesländern ungefähr gleich hoch, nämlich: aB: ja: 26,8 %, nB: ja: 26,4 %. Also bei insgesamt mehr als einem Viertel gibt es Streit, aus der Sicht der Frauen übrigens häufiger (28,9 %) als aus der Sicht der Männer (24,4 %). Deutlich die regionalen Unterschiede: Am häufigsten wird gestritten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen (35,3 %), am seltensten in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland (16,1 %). Die als streitsüchtig geltenden Bayern liegen unter dem Durchschnitt (23,3 %).
10. Thema: Wissen Sie was ein Patientenbrief oder Patiententestament ist? ja: 39 %, nein: 60,0 %. Alte Bundesländer (aB): ja: 39,4 %, nein: 59,8 % neue Bundesländer (nB): ja: 37,8 %, nein: 60,9 %. Geringste Kenntnis in Baden-Württemberg mit 34,4 % nein, größte Kenntnis in Berlin mit 49,1 % nein.
11. Thema: Stellen Sie sich bitte vor, dass Ihr Leben unrettbar verloren ist (z. B. durch einen Unfall). Soll Ihr Leben dann durch Maßnahmen der sogenannten Apparatemedizin verlängert werden? ja: 9,6 %, nein: 86,0 %. aB: nein: 88,2 %, nB: nein: 77,3 %. Größter Wunsch nach Apparatemedizin in Sachsen und Thüringen mit 18,4 %, geringster Wunsch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland mit 4,9 %
12. Thema: Würden Sie eine Rechtsinformationsveranstaltung besuchen? ja: 34,1 %. Alte Bundesländer (aB): ja: 32,9 %. Neue Bundesländer (nB): ja: 38,9 %. Größtes Interesse in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit ja: 48,1 %, relativ geringstes Interesse in Nordrhein-Westfalen mit 28,9 %.
13. Thema: Würden Sie sich Rundfunk- und Fernsehsendungen zum Thema "Erbrecht" anschauen? ja: 77,5 %. aB: ja: 76,8 %, nB: ja: 80,3 %. Größtes Interesse bei den 50 bis 59-Jährigen mit ja: 84,4 %. Regional: größtes Interesse in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit 87,0 %.
14. Thema: Würden Sie schon zu Lebzeiten nennenswertes Vermögen auf die nächste Generation übertragen, damit diese Steuern spart? ja: 70,4 %, nein: 24,5 %. Alte Bundesländer (aB): ja: 69,9 %, nein: 25,3 %. Neue Bundesländer (nB): ja: 72,3 %, nein: 21,5 %. Die Bereitschaft zu lebzeitiger Übertragung ist am größten in Nordrhein-Westfalen mit 74,9 %, am kleinsten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland mit jeweils 66,7 %
15. Thema: Haben Sie schon einmal vom "Deutschen Forum für Erbrecht" gehört? 14,6 % der erwachsenen Deutschen ist das Forum bekannt, dies sind rund 9 Millionen Bürger. In den alten Bundesländern sind es 15,0 %, in den neuen 12,8 %. Interessant ist, dass 11,9 % der Männer das Forum kennen und 17 % der Frauen. Erfahren vom Forum haben 70,6 % aus Zeitungen oder Zeitschriften, 62,1 % durch Radio oder Fernsehen (ein beträchtlicher Teil also durch beides).
16. Thema: Sind Geschwister Ihrer Meinung nach pflichtteilsberechtigt, das heisst haben Geschwister auf jeden Fall Anspruch auf einen Teil des Erbes der Schwester oder des Bruders? ja: 51,1 %, nein: 42,9 %. Die Mehrheit liegt also bei der wichtigen Erbrechtsfrage falsch. Am verbreitetsten ist der Irrtum in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland mit 56,2 %, am häufigsten richtig beantwortet wurde die Frage in Bayern, wo nur 46,0 % danebenlagen.
17. Thema: Halten Sie es für erforderlich, sich beim Thema Erbrecht von einem Spezialisten beraten zu lassen? ja 59,2 %, nein: 39,9 %. Hier keine Unterschiede zwischen aB und nB. Aber interessant: Frauen ja: 62,6 %, Männer ja: 55,5 %. Von der Notwendigkeit der Beratung ist man am meisten überzeugt in Sachsen und Thüringen mit 60,7 %, am wenigsten in Berlin mit 49,4 %.
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